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von Lucrezia
erstellt: 25.04.2005
letztes Update: 25.04.2005
Geschichte, Allgemein / P6
(fertiggestellt)
"(...) ich wollte Ruhe haben, Menschen sind anstrengend. (...)" ( aus: Max Frisch: Homo Faber. Ein Bericht, Frankfurt a. Main, 1957; S. 8)
Jeder Sozialisationsexperte würde sich die Haare raufen. Werden doch hier die, ach so wichtigen, sozialen Kontakte verweigert. Das wichtigste Medium, die Sprache, wird nicht ausreichend genutzt, weil wir zu geschafft sind, um neue Freundschaften zu knüpfen oder uns einfach an alte zu erinnern.
Aber kann von verweigern überhaupt die Rede sein? Ist es nicht eher so, dass wir unbewusst dazu getrieben werden? Jeden Tag wird uns aufs Neue in allen Medien, ob Fernsehen, ob Zeitung, klargemacht, dass wir glücklich zu sein haben, wenn wir nach einem 16-Stunden-Arbeitstag todmüde ins Bett fallen. Die Arbeitslosenzahlen steigen und wenn wir nicht dazu beitragen wollen, haben wir bitte zu machen, was der Staat uns sagt. Ob Lohneinbüßen oder längere Arbeitszeiten, woraufhin uns der Urlaub gekürzt wird. Ist es also nach einem 16-Stunden-Arbeitstag überhaupt noch möglich sich mit Freunden zu treffen oder gar einfach nur zu unterhalten?
Aber nicht nur die Sozialisation kommt zu kurz, auch unsere Gesundheit leidet. Wenn wir also bis spät in die Nacht arbeite, um beispielsweise ein Projekt, an dem wir gerade arbeiten, noch fertig zu stellen, werden wir lieber eine halbe Stunde länger schlafen und dafür auf ein Frühstück verzichten. Ein heißer Kaffee reicht doch auch. Kommen wir dann übernächtigt im Büro an, wartet schon arbeit für die nächsten acht Stunden. In der halben Stunde Mittagspause setzen wir uns dann mit ein paar Akten in die Kantine, um noch schnell ein wenig Fast Food zu uns zu nehmen und dann weiterzuarbeiten. Der Tag wird wieder einmal damit enden, dass wir zu Hause ankommen, uns noch an den Schreibtisch setzen, damit wir morgen nicht so viel zu tun haben, uns vielleicht ein Wurstbrot schmieren und dann ins Bett sinken. Das spricht nicht für eine gesunde Lebensführung.
Daher ist es kein Wunder, dass neben der Gesundheit auch die Familie in unserer Zeit kein gutes bild abgibt. In Deutschland ist eine Familie im konservativen Sinn, sozusagen Vater, Mutter, Kind, schon fast Mangelware. Welches Paar will heutzutage noch Kinder? Ein Partner müsste sich frei nehmen bis das Kind endlich in die Krippe kann und das würde der Karriere schaden. Also verschieben wir den Kinderwunsch nach hinten bis die biologische Uhr schon bedrohlich tickt und die Risikoschwangerschaft quasi schon an die Tür klopft.
Hat man dann ein Kind wird nicht etwa zwei Jahre Pause gemacht, sondern nach zwei Monaten ist man wieder auf der Arbeit. Wozu gibt es sonst Tagesmütter? Da ist es doch egal, wenn das Kind einen nicht mehr als Elternteil erkennt. Wir bezahlen lieber Geld, als uns selbst um unsere Probleme oder Angelegenheiten zu kümmern. Wir verdrängen so unsere Problem, um stupide weiterzuleben, wie wir es gewohnt sind. Und wir haben die Arbeitslosenzahl doch um einen verringert.
Nun hat man neben der Karriere also auch ein Kind, um das man sich kümmern muss, woraufhin die eigene, kaum vorhandene, Freizeit noch weiter schrumpft. Bleibt da überhaupt noch Zeit für eine Partnerschaft? Schwebt nicht schon der Scheidungsrichter über den Köpfen? Ehe man es sich versieht ist man auch schon getrennt und geschieden. Wir sind nun wieder ganz allein und haben alle Zeit der Welt, um uns wieder auf unsere Karriere zu konzentrieren.
Auch, wenn uns die Werbung ein anderes Bild aufzeigen will, ist es uns trotzdem bewusst, dass wir nie das erreichen werden, was in der Werbung in bunten Bildern über die Mattscheibe flimmert. Das Leben in der Werbung ist leicht und die einzigen Sorgen sind meist, dass der Joghurt zu viele Kalorien hat oder, dass der Nachbar den neuen BMW fährt, wohingegen ich nur das Vorläufermodell habe. Es wird uns also ein Leben vorgelebt, das wir nur zu gerne auch führen würden, das wir aber meist nicht erreichen. Diese Unzufriedenheit legt sich auch auf unser Gemüt und lässt uns nicht sorgenfrei unser Leben genießen.
Daher ist es wohl gut einfach mal Arbeit Arbeit sein zu lassen, mit Freunden ein Bier trinken zu gehen und einen Familienausflug zu machen, um nicht wie Walter Faber in Max Frisch's "Homo Faber" sein Leben zu verschwenden, indem man sich verschließt.
Jeder Sozialisationsexperte würde sich die Haare raufen. Werden doch hier die, ach so wichtigen, sozialen Kontakte verweigert. Das wichtigste Medium, die Sprache, wird nicht ausreichend genutzt, weil wir zu geschafft sind, um neue Freundschaften zu knüpfen oder uns einfach an alte zu erinnern.
Aber kann von verweigern überhaupt die Rede sein? Ist es nicht eher so, dass wir unbewusst dazu getrieben werden? Jeden Tag wird uns aufs Neue in allen Medien, ob Fernsehen, ob Zeitung, klargemacht, dass wir glücklich zu sein haben, wenn wir nach einem 16-Stunden-Arbeitstag todmüde ins Bett fallen. Die Arbeitslosenzahlen steigen und wenn wir nicht dazu beitragen wollen, haben wir bitte zu machen, was der Staat uns sagt. Ob Lohneinbüßen oder längere Arbeitszeiten, woraufhin uns der Urlaub gekürzt wird. Ist es also nach einem 16-Stunden-Arbeitstag überhaupt noch möglich sich mit Freunden zu treffen oder gar einfach nur zu unterhalten?
Aber nicht nur die Sozialisation kommt zu kurz, auch unsere Gesundheit leidet. Wenn wir also bis spät in die Nacht arbeite, um beispielsweise ein Projekt, an dem wir gerade arbeiten, noch fertig zu stellen, werden wir lieber eine halbe Stunde länger schlafen und dafür auf ein Frühstück verzichten. Ein heißer Kaffee reicht doch auch. Kommen wir dann übernächtigt im Büro an, wartet schon arbeit für die nächsten acht Stunden. In der halben Stunde Mittagspause setzen wir uns dann mit ein paar Akten in die Kantine, um noch schnell ein wenig Fast Food zu uns zu nehmen und dann weiterzuarbeiten. Der Tag wird wieder einmal damit enden, dass wir zu Hause ankommen, uns noch an den Schreibtisch setzen, damit wir morgen nicht so viel zu tun haben, uns vielleicht ein Wurstbrot schmieren und dann ins Bett sinken. Das spricht nicht für eine gesunde Lebensführung.
Daher ist es kein Wunder, dass neben der Gesundheit auch die Familie in unserer Zeit kein gutes bild abgibt. In Deutschland ist eine Familie im konservativen Sinn, sozusagen Vater, Mutter, Kind, schon fast Mangelware. Welches Paar will heutzutage noch Kinder? Ein Partner müsste sich frei nehmen bis das Kind endlich in die Krippe kann und das würde der Karriere schaden. Also verschieben wir den Kinderwunsch nach hinten bis die biologische Uhr schon bedrohlich tickt und die Risikoschwangerschaft quasi schon an die Tür klopft.
Hat man dann ein Kind wird nicht etwa zwei Jahre Pause gemacht, sondern nach zwei Monaten ist man wieder auf der Arbeit. Wozu gibt es sonst Tagesmütter? Da ist es doch egal, wenn das Kind einen nicht mehr als Elternteil erkennt. Wir bezahlen lieber Geld, als uns selbst um unsere Probleme oder Angelegenheiten zu kümmern. Wir verdrängen so unsere Problem, um stupide weiterzuleben, wie wir es gewohnt sind. Und wir haben die Arbeitslosenzahl doch um einen verringert.
Nun hat man neben der Karriere also auch ein Kind, um das man sich kümmern muss, woraufhin die eigene, kaum vorhandene, Freizeit noch weiter schrumpft. Bleibt da überhaupt noch Zeit für eine Partnerschaft? Schwebt nicht schon der Scheidungsrichter über den Köpfen? Ehe man es sich versieht ist man auch schon getrennt und geschieden. Wir sind nun wieder ganz allein und haben alle Zeit der Welt, um uns wieder auf unsere Karriere zu konzentrieren.
Auch, wenn uns die Werbung ein anderes Bild aufzeigen will, ist es uns trotzdem bewusst, dass wir nie das erreichen werden, was in der Werbung in bunten Bildern über die Mattscheibe flimmert. Das Leben in der Werbung ist leicht und die einzigen Sorgen sind meist, dass der Joghurt zu viele Kalorien hat oder, dass der Nachbar den neuen BMW fährt, wohingegen ich nur das Vorläufermodell habe. Es wird uns also ein Leben vorgelebt, das wir nur zu gerne auch führen würden, das wir aber meist nicht erreichen. Diese Unzufriedenheit legt sich auch auf unser Gemüt und lässt uns nicht sorgenfrei unser Leben genießen.
Daher ist es wohl gut einfach mal Arbeit Arbeit sein zu lassen, mit Freunden ein Bier trinken zu gehen und einen Familienausflug zu machen, um nicht wie Walter Faber in Max Frisch's "Homo Faber" sein Leben zu verschwenden, indem man sich verschließt.
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